38 Filialen, ein Prozess: Wie die Auto-Weller-Gruppe ihr Unfallgeschäft standardisierte

Über 30.000 Unfallschäden im Jahr, abgewickelt in jeder Filiale anders: Wie eine große Autohausgruppe ihre Schadenprozesse vereinheitlichte – und Karosserie- und Lackgeschäft messbar steigerte.

  6 Min. Lesezeit · 20.06.2024

38 Filialen, ein Prozess: Wie die Auto-Weller-Gruppe ihr Unfallgeschäft standardisierte

Mehr als 30.000 Kfz-Unfallschäden im Jahr – und in jeder Filiale ein eigener Weg, sie abzuwickeln. Vor dieser Ausgangslage stand die Auto-Weller-Gruppe mit ihren bundesweit 38 Standorten. Ein Praxisbeispiel dafür, wie sich Unfallreparaturprozesse über eine ganze Autohausgruppe hinweg vereinheitlichen lassen.

Die Ausgangslage: gewachsen, aber uneinheitlich

Servicemanager Heinrich Lampka kannte das Problem: Jede Filiale wickelte Schäden nach eigenem Muster ab. Das machte Vergleiche unmöglich und ließ wiederkehrende Schwachstellen – etwa Rechnungskürzungen durch Versicherer – unbearbeitet. Das Ziel war ein einheitlicher Prozess für alle Standorte, der diese Themen systematisch angeht.

Vom skeptischen Pilot zum Rollout

Eingeführt wurde das Fullservice-Schadenmanagement über das Portal Schadenpartner24 – zunächst als Pilot in einer einzelnen Filiale, durchaus mit anfänglicher Skepsis. Überzeugt haben am Ende die messbaren Ergebnisse. Das Portal bündelt alle Schadendaten zentral und gibt auch externen Partnern – Sachverständigen, Rechtsanwälten und Lackierbetrieben – geregelten Zugriff. Ein digitaler Schadenassistent führt Schritt für Schritt durch die Abwicklung, transparente Kennzahlen erlauben den Vergleich zwischen Filialen und Versicherern. Die Anbindung an das bestehende Dealer-Management-System schließt den Kreis.

Nicht das Tool allein überzeugt, sondern das, was am Ende messbar in der Bilanz ankommt.

Was dabei herauskam

Die Standardisierung schlug sich in konkreten Zahlen nieder:

  • Das Karosserie- und Lackgeschäft stieg um über fünf Prozent.
  • Die durchschnittlichen Schadenhöhen legten deutlich zu.
  • Die Qualität der Kostenvoranschläge verbesserte sich spürbar.
  • Die Quote der über einen Rechtsanwalt begleiteten Fälle erreichte 96 Prozent.

Warum Begleitung den Unterschied macht

Für Ben Geissel, Geschäftsführer der carento group, liegt der Erfolg nicht in einem Standardprozess von der Stange. Entscheidend seien individuelle Empfehlungen für jeden Betrieb, intensives Training der Mitarbeitenden und eine kontinuierliche Begleitung. Regelmäßige Meetings sichern, dass die Optimierung nicht nach dem Rollout endet, sondern dauerhaft weiterläuft.

Fazit

Eine Autohausgruppe mit 38 Filialen lässt sich nicht über Nacht auf einen Prozess bringen. Das Beispiel zeigt aber, dass es geht – wenn Software, ein belastbares Partnernetzwerk und persönliche Begleitung zusammenkommen. Das Ergebnis ist nicht nur ein einheitlicher Ablauf, sondern messbar mehr Ertrag im Unfallgeschäft.

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