Nur 1–2 % Marge: Wie Autohäuser Ihr Schadengeschäft selbst steuern sollten
Sinkende Renditen, gesteuerte Schäden, vorgegebene Stundensätze: Wie Autohäuser mit einer eigenen Datenbasis und durchgängigen Prozessen wieder mehr Spielraum gewinnen – erklärt an einem Schadenfall aus dem Alltag.
6 Min. Lesezeit · 06.10.2026

Mehr Umsatz, weniger Ertrag: Diese Formel beschreibt das Jahr 2025 für viele Autohäuser ziemlich genau. Nach Berechnungen der Wirtschaftsprüfer von RAW, veröffentlicht in der Fachzeitschrift AUTOHAUS, ist die durchschnittliche Umsatzrendite im Handel auf rund 1,1 Prozent gefallen – trotz gestiegener Erlöse im Neu- und Gebrauchtwagengeschäft. Seit Jahren pendelt der Wert zwischen einem und zwei Prozent.
Bemerkenswert ist, woher der Ertrag überhaupt noch kommt: Das Aftersales-Geschäft liefert inzwischen mehr als 60 Prozent des Deckungsbeitrags, mit wachsendem Anteil der Werkstatt. Wer seine Marge verteidigen will, kommt am Service- und Schadengeschäft also nicht vorbei. Genau dort aber schrumpft der eigene Spielraum.
Wer steuert eigentlich den Schaden?
Im Schadenfall kann ein wachsender Teil der Autofahrer nicht mehr frei entscheiden, wer das Fahrzeug repariert. Versicherer, Leasinggesellschaften und Flottenbetreiber lenken Schäden gezielt in ihre Partnernetze. Für das Autohaus heißt das: zentral vorgegebene Stundenverrechnungssätze, festgelegte Abläufe, wenig Verhandlungsspielraum.
Gleichzeitig steigt der Aufwand pro Vorgang. Gutachten anfordern, Kostenvoranschläge abstimmen, Ersatzfahrzeug organisieren, Rechnungen nachverfolgen, Rückfragen beantworten – vieles davon läuft noch über Telefon, E-Mail und mehrere Einzelprogramme. Jeder Medienbruch kostet Zeit, und Zeit ist im Werkstattgeschäft die eigentliche Währung.
Wer nicht weiß, was ein Schadenfall wirklich kostet und einbringt, kann auch nicht darüber verhandeln.
Drei Hebel, die im eigenen Haus liegen
An der Marktstruktur kann ein einzelnes Autohaus wenig ändern. An der eigenen Aufstellung schon. In der Praxis sind es vor allem drei Stellschrauben:
- Unabhängigkeit bei Partnern und Dienstleistern. Wer Gutachter, Rechtsanwälte, Lackierer oder Abschleppdienste selbst wählt, statt an feste Vorgaben gebunden zu sein, behält Qualität und Konditionen in der eigenen Hand.
- Eine eigene, belastbare Datenbasis. Durchlaufzeiten, Standtage von Ersatzfahrzeugen, Kosten je Partner, offene Forderungen: Erst wenn diese Zahlen verlässlich vorliegen, werden Entscheidungen und Verhandlungen faktenbasiert.
- Durchgängige Prozesse. Schadenaufnahme, Vermietung und Fahrzeugverwaltung gehören fachlich zusammen. Wenn sie auch technisch zusammenhängen, entfallen Doppelerfassung und Suchaufwand.
Ein Unfallschaden, einmal komplett durchgespielt
Wie das zusammenspielt, zeigt ein typischer Fall, wie er in jedem Autohaus täglich vorkommt – hier mit der Plattform carento fusion, die Schadenmanagement, Vermietung und Fuhrparkverwaltung in einem System verbindet:
- carento claim manager: Ein Kunde meldet nach einem Unfall seinen Schaden. Das Serviceteam legt die Schadenakte im claim manager an, beauftragt direkt den gewünschten Gutachter und bindet bei Bedarf einen Rechtsanwalt ein.
- carento rent manager: Der Kunde braucht Mobilität. Über den rent manager erhält er ein Fahrzeug aus dem eigenen Bestand; der Mietvorgang ist automatisch mit der Schadenakte verknüpft, damit die Kosten später sauber zugeordnet und abgerechnet werden können.
- carento fleet manager: Der fleet manager liefert dazu alle fahrzeugspezifischen Daten des Mobilitätsfahrzeugs – Ausstattung, Kilometerstand, Wartungsstatus, Historie.
- Rückgabe mit digitalem Check-in: Bei der Rückgabe fällt ein neuer Kratzer am Mietwagen auf. Über den digitalen Check-in im fleet manager wird daraus unmittelbar eine neue Schadenakte im claim manager – ohne erneute Eingabe von Fahrzeug- oder Kundendaten.
- Abrechnung: Reparatur, Mietwagenkosten und der Folgeschaden laufen getrennt, aber nachvollziehbar zur Abrechnung. Der aktuelle Sachstand zu jedem Fahrzeug ist jederzeit abrufbar.
Das Ergebnis klingt unspektakulär, macht im Alltag aber den Unterschied: Jede Information wird einmal erfasst und dort genutzt, wo sie gebraucht wird. Kein Abtippen zwischen Programmen, keine Excel-Liste für Ersatzwagen, kein „Wer hatte den Wagen zuletzt?“.
Welche Partner lohnen sich – und welche fressen Marge?
Der zweite Effekt einer gemeinsamen Datenbasis ist strategischer Natur. Weil alle Vorgänge in einem System zusammenlaufen, lassen sie sich auch gemeinsam auswerten. Eine integrierte Benchmark-Analyse in carento fusion zeigt, welche Partnerverträge sich rechnen und bei welchen Aufwand und Ertrag auseinanderlaufen.
Ergänzende Auswertungen machen sichtbar, welche Fahrzeuge im eigenen Bestand überdurchschnittlich hohe Kosten verursachen – etwa durch unentdeckte Schäden, geringe Auslastung oder hohe Kulanzquoten (wenn Fahrzeuge ohne Berechnung an den Kunden gehen). Daraus ergeben sich konkrete Fragen für das nächste Gespräch mit einem Auftraggeber oder für die Planung der eigenen Mietflotte.
Bestehende Systeme bleiben, wie sie sind
Ein naheliegender Einwand: Noch eine Software? Der Ansatz von carento fusion ist ein anderer. Über Schnittstellen zu mehr als 25 Dealer-Management-Systemen werden vorhandene Anwendungen angebunden, statt sie abzulösen. Das DMS bleibt das DMS; carento fusion übernimmt die Steuerung von Schaden, Vermietung und Fuhrpark und tauscht die relevanten Daten aus. Gehostet wird DSGVO-konform in Deutschland.
Dazu kommt, dass sich die Module einzeln nutzen lassen. Ein Betrieb kann mit dem Schadenmanagement starten und Vermietung oder Fuhrpark später ergänzen.
Kurzer Selbstcheck für Ihr Autohaus
- Wissen Sie, wie viele Tage ein Ersatzfahrzeug im Schnitt pro Schadenfall unterwegs ist?
- Können Sie sagen welcher Umsatz pro Haftpflichtschaden erzielt wird?
- Werden alle Schäden an Ihren Mietfahrzeugen erfasst und Selbstbeteiligungen berechnet?
- Wie oft werden Fahrzeug- und Kundendaten in verschiedenen Programmen erfasst?
Wenn bei einer dieser Fragen gezögert wird, liegt dort meist das schnellste Potenzial.
Fazit
Die Rahmenbedingungen im Schadengeschäft werden für Autohäuser nicht leichter. Umso wichtiger ist es, die Dinge zu steuern, die man selbst in der Hand hat: die Wahl der Partner, die Qualität der eigenen Zahlen, schlanke und digitale Prozesse oder eine professionelle Schadenhotline für Ihre Kunden. Eine hersteller- und versicherungsunabhängige Plattform schafft dafür die Grundlage.
Die carento group begleitet seit mehr als 19 Jahren das automobile Schadenmanagement; über 1.100 Autohäuser arbeiten mit ihren Lösungen, mehr als 100.000 Schäden werden jährlich darüber abgewickelt.
Sie möchten sehen, wie das in Ihrem Betrieb aussehen würde? In einer kostenlosen Pilotphase testen Sie carento fusion unverbindlich mit Ihren eigenen Abläufen. Jetzt Pilotphase anfragen oder direkt einen Demo-Termin vereinbaren.
Quelle Renditezahlen: AUTOHAUS, „Autohandel stärker unter Druck: Mehr Umsatz, weniger Ertrag“, 16.01.2026, auf Basis von Berechnungen der RAW Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
